Pflege bei Demenzerkrankung

Wenn Vergessen zur Krankheit wird
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Wenn das Gedächtnis abnimmt, ist es nicht immer leicht für Betroffene und Angehörige. Insbesondere weil die Diagnose dahingehend schwierig ist, da man häufig nicht zu 100% sicher sein kann, ob tatsächlich eine Krankheit vorliegt oder es sich nur um altersbedingten Veränderungen handelt. Schon bei ersten Anzeichen und Symptomen können aber schon erste Schritte eingeleitet werden: Gerade eine richtige Betreuung und Pflege ist extrem wichtig, sollte man selbst oder ein Angehöriger von Demenz betroffen sein. Viele bevorzugen die Betreuung in den eigenen vier Wänden, da man somit nicht aus seinem gewohnten Umfeld raus muss. Erfahren Sie in diesem Ratgeber alles zum Krankheitsbild und welche Vorteile die 24-Stunden-Pflege bei einer Demenzerkrankung haben kann.

Krank­heits­bild Demenz: Welche Formen gibt es?

Bei der Demenz-Krankheit lassen sich zwei Formen unterscheiden: Unter den Begriff „primäre Demenz“ fallen alle Demenzarten, die eigenständige Krankheitsbilder sind. Sie haben ihren Ursprung im Gehirn, wo zunehmend Nervenzellen absterben (z.B. Alzheimer oder vaskuläre Demenz). Als „sekundäre Demenz“ werden dementielle Erkrankungen bezeichnet, die durch Medikamente oder andere Erkrankungen verursacht werden wie etwa durch Alkoholsucht, Schilddrüsenerkrankungen oder ausgeprägte Vitamin-Mangelzustände. Sekundäre Demenzformen sind eher selten – sie machen nur ungefähr zehn Prozent aller Fälle von Demenz aus.

Die zwei häufigsten Demenzerkrankungen sind Alzheimer und vaskuläre Demenz. Ein typischer Unterschied zwischen diesen beiden Demenzformen betrifft den Krankheitsbeginn und Verlauf: So beginnt die Alzheimer-Krankheit meist schleichend und die Symptome verschlechtern sich langsam. Dagegen setzt die vaskuläre Demenz oft plötzlich ein, die Symptome nehmen schubweise zu. Doch was die Differenzierung oft nicht so einfach macht und was man beachten muss, ist, dass jede Demenz von Patient zu Patient unterschiedlich sein kann. Zudem gibt es Mischformen, die die Diagnose noch weiter erschweren. Was die Geschlechterverteilung betrifft, gibt es bei Alzheimer keinen signifikanten Unterschied. Dagegen tritt die vaskuläre Demenz häufiger bei Männern auf. Außerdem haben Patienten mit vaskulärer Demenz oft Schlaganfälle in der Vorgeschichte, Alzheimer-Patienten normalerweise nicht. Lähmungen und Taubheitsgefühle kommen bei vaskulärer Demenz häufig vor, während sie bei der Alzheimer-Demenz in der Regel nicht vorkommen.

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Symptome und Warn­zeichen von Demenz

  • Vergesslichkeit: Das Hauptmerkmal von Demenz ist sicherlich die Vergesslichkeit. Häufig sind erste Anzeichen Verwirrtheitszustände, Vermischung von Daten und Fakten oder Vergessen von wichtigen Dingen. Dies können Warnzeichen sein, sind aber im gewissen Maße auch normal. Auch Orientierungslosigkeit, durch Vergessen von Ort und Zeit, kann ein Symptom von Demenz sein.

 

  • Depression: Ein weiteres Symptom für eine Erkrankung an Demenz kann eine Depression Aus ihr heraus kann die Erkrankung entstehen, sie kann jedoch auch bereits Teil der Demenz sein. Hier sollte man bei der Diagnose allerdings vorsichtig sein und genau hinschauen. Eine Therapie kann auf jeden Fall helfen, gerade im frühen Stadium der Depression.

 

  • Veränderung der Persönlichkeit: Auch Aggressivität oder Gereiztheit können Anzeichen einer Demenz-Erkrankung sein. Wenn sich Persönlichkeiten so stark verändern, dass freundliche Menschen in Streitsucht versinken und Charakterzüge in starke Reizbarkeit umschwenken, kann Demenz der Fall sein. Auch andere Veränderungen, wie Ängstlichkeit, Müdigkeit und Unruhe könnten Symptome für die Krankheit sein.

 

  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns: Vermehrt verlieren Demenz-Patienten tatsächlich auch Geruchs- oder Geschmackssinn. Wenn dies der Fall sein sollte, sollte unbedingt die Ursache von einem Arzt überprüft werden, um mögliche Zusammenhänge auszuschließen. Wenn die Ursache unklar ist und weitere Symptome zutreffen, liegt eine Demenzerkrankung nahe.

 

  • Halluzinationen oder Wahnvorstellungen: Bei einigen Arten der Demenz können Symptome, wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen vorkommen. Oft verstärken sich diese im Verlauf der Krankheit. Dabei kann es z.B. sein, dass der Betroffene die Vergangenheit mit der Gegenwart vermischt oder in fremden Personen plötzlich nahestehende Verwandte sieht. Auch erhöhtes Misstrauen spielt hierbei eine Rolle. Manchmal denken Betroffene z.B. der Postbote unterschlägt Briefe oder der Nachbar ärgert einen absichtlich. Hierbei sollte man die Anzeichen jedoch nicht ignorieren, sondern ernst nehmen.

 

  • Sprache und Rhetorik: Ein weiteres Symptom sind Schwierigkeiten im Umgang mit Sprache und Gesprächen. Wörter entfallen dem Betroffenen, werden vertauscht oder unverständlich ausgedrückt. Dies beeinflusst auch das Sozialleben, da Betroffene sich häufig schämen oder stark angestrengt sind.

 

  • Schwierigkeiten im Alltag: Auch werden komplexe Zusammenhänge häufig nicht mehr erkannt, die vorher noch gut funktioniert haben. So klappen gewohnte Handlungen aus dem täglichen Leben nicht mehr – das Einkaufen wird zur Herausforderung und ein Taxi zu rufen, wird zur unüberwindbaren Hürde. Achtung bei Gefahrenquellen: Bügeleisen werden nicht mehr ausgeschaltet, die Herdplatte wird angelassen, die Tür nicht abgeschlossen bzw. Fremde in Haus gebeten.

 

  • Sich Zurückziehen: Viele Menschen nehmen wahr, dass sie nicht mehr so leistungsfähig sind und versuchen dies zu verbergen. So schränken sie ihren Aktivitätsradius ein: Die Skatrunde wird abgesagt, weil das Busfahren zu schwierig ist oder es werden immer wieder Angehörige um die Erledigung von Einkäufen gebeten, weil man es sich nicht mehr zutraut. Auch das Vorschieben von Gründen gehört dazu, um sein gewohntes, sicheres Umfeld nicht verlassen zu müssen.

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Welche Risiko­faktoren gibt es für eine Demenz­erkrankung?

Für die Erkrankung an Demenz gibt es – wie bei vielen anderen Krankheiten – keine konkreten Auslöser. Trotzdem werden in Studien häufig Risikofaktoren untersucht, die zur Vorbeugung und Risikominimierung von Demenz dienen können. Diese sind unter anderem: höheres Alter, Gene, Medikamente, Schwerhörigkeit, Stress und Trauma, Rauchen etc. Dabei gilt allgemein: Ein gesunder Lebensstil zahlt sich aus! Viel Bewegung, Normalgewicht, gesunde Ernährung ohne Alkohol und Rauchen unterstützen die Gesundheit und senken das Risiko, an Demenz zu erkranken. Für einen gesunden Lebensstil im Alter kann auch eine richtige Betreuung eine Rolle spielen. Eine 24h-Betreuungskraft beispielsweise sorgt hier für einen geregelten Tagesablauf, kann gesundes Essen gewährleisten und Dingen, wie Einsamkeit oder Stress durch Haushalt etc. entgegenwirken, da sie der pflegebedürftigen Person immer zur Seite steht.

Mit Demenz leben und umgehen – Betreuung und 24-Stunden-Pflege

Da Demenz leider nicht heilbar ist, gibt es auch kein Medikament, das die Krankheit verbessern kann. Jedoch ist bewiesen, dass gute Pflege, Schlafhilfen und eine Therapie der Verhaltensstörungen das Wohlbefinden der Kranken und auch der Angehörigen deutlich verbessern kann. Als Betroffener sollten Sie sich viel bewegen, Freundschaften und Hobbys pflegen und versuchen so lange wie möglich eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben – genießen Sie das Leben! Sprechen Sie als Angehöriger frühzeitig mit den Ärzten über Therapie- und Unterbringungsoptionen, dann verstehen Sie die Erkrankung besser und können gezielt helfen. Vergessen Sie dabei aber nicht, auch auf Ihre eigenen Bedürfnisse zu achten und gönnen Sie sich Abwechslung und Auszeiten.

Darüber hinaus lässt sich viel tun, um den geistigen Abbau zu bremsen. Dazu gehört, die vorhandenen kognitiven Fähigkeiten regelmäßig zu trainieren, etwa durch Lesen oder das Lösen von Kreuzworträtseln. Auch andere Hobbies wie Stricken, Tanzen oder das Bauen von Modellflugzeugen sollte man weiterführen – gegebenenfalls mit notwendigen Anpassungen (wie z.B. leichtere Strickmuster oder einfachere Tänze). Hierbei kann auch eine 24-Stunden-Betreuungskraft Unterstützung bieten! Gerade bei Aktivitäten, Beschäftigungen und Erledigungen im Alltag kann eine 24h-Pflegekraft die richtige Betreuungsmöglichkeit sein: Sie bringt Geduld und Verständnis mit, hilft dem Patienten in allen Haushaltsdingen und kann dem Betroffenen einfach in seiner Krankheit unter die Arme greifen. Betroffene profitieren sehr von einer ausgewogenen Ernährung, einem strukturierten Alltag und regelmäßiger Bewegung. Auch hat der Patient immer eine Vertrauensperson zur Seite, die viele Anliegen mit ihm gemeinsam lösen kann und ihm stets Gesellschaft leistet.

Die wichtigsten Fragen

Sind 24h-Pflegekräfte speziell auf Demenz geschult?

Es gibt viele  , die eine langjährige Erfahrung mitbringen, gerade wenn es um den Umgang mit Demenz-Patienten geht. Dafür sollte man einfach eine genau Befragung veranstalten und die Betreuungskraft nach bestimmten Nachweisen fragen, die sie meist sehr gerne zur Verfügung stellt. Bei ennie.de können Sie mit den Betreuungskräften auch zuvor in Kontakt stehen, um genau die richtige Betreuungskraft zu finden!

Helfen 24h-Hilfskräfte auch bei anderen Krankheiten?

Eine 24-Stunden-Betreuung sollte nicht mit einer Krankenpflegerin verwechselt werden. Sie kann keine medizinischen Behandlungen vornehmen. Trotzdem kann bei verschiedenen Erkrankungen zusätzlich eine 24-Std-Pflegekraft zum Einsatz kommen, wenn der Patient Hilfe im Alltag braucht und einfach nach Unterstützung sucht. Hierfür sollten Sie auch wieder in Erfahrung bringen, welches Können die Pflegekräfte mitbringen – viele Betreuungskräfte haben nämlich schon vorher mit kranken Pflegebedürftigen gearbeitet.

Welche Aufgaben übernehmen Betreuungs­kräfte in der 24-Stunden-Pflege genau?

Die Betreuungskraft übernimmt hauptsächlich hauswirtschaftliche Aufgaben, wie Putzen, Waschen und Kochen, aber auch Tätigkeiten in der Körperpflege und Mobilität. Sie geht einkaufen, erledigt Postgänge für den Betroffenen oder begleitet ihn zu wichtigen Terminen. Sie ist auch ein Ansprechpartner, wenn es um Freizeitaktivitäten wie Sport oder Spiele geht und kann ein echter Freund für die pflegebedürftige Person sein!

Julia Gries
Julia Gries
Hallo lieber Leser, mein Name ist Julia vom ennie-Team. Ich schreibe unsere Ratgeber-Artikel, welche unser Wissen zur häuslichen Betreuung in Struktur bringen und an unsere Leser weitergeben.
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