Private Pflegekraft

Private Pflegekräfte als Alternative zur Pflege durch Angehörige
Inhalt dieses Beitrags

Wird ein geliebtes Familienmitglied plötzlich pflegebedürftig, ist das nicht nur eine enorme Herausforderung für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Angehörigen. Inmitten dieses Ausnahmezustands müssen sie sich nicht nur um allerlei Organisatorisches kümmern, sondern auch Möglichkeiten ausloten und wichtige Entscheidungen treffen. Eine private Pflegekraft kann dabei nicht nur vorübergehend helfen, überlasteten Angehörigen den Rücken freizuhalten, sondern auch eine dauerhafte und bezahlbare Lösung für die häusliche Pflege darstellen. Denn die überwältigende Mehrheit der Pflegebedürftigen in Deutschland entscheidet sich gegen die langfristigen Unterbringungen in einer stationären Pflegeeinrichtung und wünscht sich, im eigenen privaten Umfeld betreut zu werden.

Private Pflege – Was ist das?

Mehr als vier Millionen pflegebedürftige Menschen leben aktuell in Deutschland, rund vier von fünf werden zu Hause versorgt. Lediglich ein Fünftel der Pflegebedürftigen wird hierzulande stationär betreut. Die Gründe dafür lauten bei fast allen Betroffenen ähnlich: Die meisten wollen ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen, außerdem hat die stationäre Pflege aufgrund von Personal- und Zeitmangel nicht gerade den besten Ruf. Die private Pflege in den eigenen vier Wänden oder zumindest in einer bekannten Umgebung scheint da die deutlich bessere Lösung – zumindest für die Pflegebedürftigen. Angehörige stehen häufig unter dem Druck, diesen Wünschen nachkommen zu wollen, sehen aber auch ihre eigenen Lebenspläne in Gefahr, vor allem dann, wenn es sich bei den Pflegenden um Kinder oder Enkel handelt. Zwar werden pflegende Angehörige oft durch ambulante Pflegedienste unterstützt, den Großteil der Last tragen sie aber trotzdem selbst, vor allem mit steigendem Pflegegrad und Pflegeaufwand. Eine private Pflegekraft, welche die häusliche Pflege übernimmt, kann eine Lösung für dieses Dilemma darstellen, dem sich viele Pflegende gegenübersehen. Private Pflegekräfte leben mit den Pflegebedürftigen im selben Haushalt und ermöglichen so eine 24-Stunden-Betreuung, die den Angehörigen trotzdem genügend Raum lässt, auch ihr eigenes Leben zu leben. Natürlich sind auch private Pflegekräfte nicht rund um die Uhr tätig, aber durch die räumliche Nähe sind sie schnell zur Stelle, wenn Unterstützung gebraucht wird oder es sich um einen Notfall handelt. 

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Private Pflege­kräfte: Aufgaben­bereiche und Leistungs­umfang

Private Pflegekräfte stammen meist aus Osteuropa und kommen über Vermittlungsagenturen oder als selbständig Tätige zu ihren Pflegeeinsätzen nach Deutschland. Kenntnisse und Qualifikationen können dabei ganz unterschiedlich ausfallen, was sich in der Regel auch in der Bezahlung widerspiegelt. Bei der Auswahl der passenden Pflegekraft ist es deshalb besonders wichtig, die bestehende Pflegesituation realistisch einzuschätzen, mit den Qualifikationen der Betreuungskraft abzugleichen und alles detailliert zu besprechen. Da private Pflegekräfte im Rahmen der 24-Stunden-Pflege mit den Pflegebedürftigen unter demselben Dach wohnen und auch einen Großteil des Alltags teilen, ist es in diesen Fällen besonders wichtig, dass neben den pflegerischen Aspekten auch die Chemie zwischen Pflegenden und Gepflegten stimmt. Was die Aufgabenbereiche und den Leistungsumfang betrifft, können private Pflegekräfte vieles abdecken, was sonst von den Angehörigen oder auch von ambulanten Pflegediensten geleistet wird. Dazu gehören:  

  • Die Grundpflege:

Die Grundpflege ist der Hauptaufgabenbereich einer privaten Pflegekraft, dazu gehört alles, was zur Erfüllung der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse nötig ist. Von der Körperpflege, dem Toilettengang und der Unterstützung beim An- und Umziehen bis hin zur Hilfe beim Aufsetzen, dem Transfer in den Rollstuhl oder beim Gehen und Treppensteigen. Auch die Ernährung, also das Zubereiten von Mahlzeiten, die Unterstützung beim Essen und Trinken oder die Sondenernährung von Pflegebedürftigen gehören zu den grundpflegerischen Tätigkeiten, die von privaten Pflegekräften geleistet werden.  

  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten:

Ein weiterer wichtiger Tätigkeitsbereich sind hauswirtschaftliche Aufgaben wie das Reinigen von Haus oder Wohnung, das Einkaufen, das Kochen oder auch leichte Gartenarbeiten. Das Waschen von Kleidung, Bettwäsche, Vorhängen etc., die Pflege von Zimmerpflanzen oder das Versorgen von Haustieren kann nach Absprache von einer privaten Pflegekraft erledigt werden. 

  • Die Freizeitgestaltung:

Ein zentraler Punkt bei der Betreuung von Pflegebedürftigen ist stets auch das Erhalten und Pflegen der Mobilität sowie der sozialen Kontakte. Der Vereinsamung und dem Rückzug der pflegebedürftigen Person vorzubeugen, ist deshalb auch eine entscheidende Aufgabe, die von privaten Pflegekräften wahrgenommen wird. Neben Spaziergängen und Besuchen bei Familienmitgliedern, Freunden oder auch Seniorengruppen können das im Rahmen der Freizeitgestaltung unter anderem auch der Besuch von Veranstaltungen, Konzerten, Theater, Kino oder Restaurants sowie das Spielen von Gesellschaftsspielen sein.

Da private Pflegekräfte aus Osteuropa meist keine in Deutschland anerkannte Pflegeausbildung absolviert haben, können sie keine medizinische Behandlungspflege durchführen. Zwar dürfen sie die Pflegebedürftigen daran erinnern, ihre vom Arzt verschriebenen Medikamente regelmäßig einzunehmen, sie dürfen selbst aber keine Medizin verabreichen, Spritzen setzen oder andere medizinische Tätigkeiten ausführen. Sollte das notwendig sein, wird dies in der Regel durch einen zusätzlich engagierten ambulanten Pflegedienst erledigt. 

Voraus­setzungen für die legale Beschäf­tigung einer privaten Pflege­kraft

Um eine private Pflegekraft legal beschäftigen zu können, sollten Pflegebedürftige bzw. deren Angehörige sichergehen, dass diese eine sogenannte A1-Bescheinigung vorweisen kann. Dieses amtliche Dokument dient als Nachweis dafür, dass die Pflegekraft in ihrem Heimatland sozialversichert ist. Sollte diese Bescheinigung nicht vorliegen und die Pflegekraft auch nicht direkt im Haushalt der pflegebedürftigen Person angestellt sein, drohen Pflegebedürftigen und Angehörigen im Fall einer Kontrolle schlimmstenfalls eine Geldstrafe sowie Nachzahlungen ins deutsche Sozialversicherungssystem. Auch wenn die private Pflegekraft nicht über Agenturen im sogenannten Entsendemodell nach Deutschland kommen, sondern selbständig tätig sind, ist eine A1-Bescheinigung notwendig. Diese sollte außerdem ab dem ersten Tag des Pflegeeinsatzes vorliegen und nicht älter als maximal 24 Monate sein, dann verliert sie nämlich ihre Gültigkeit.

 

Soll eine private Pflegekraft im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung im Haushalt eines Pflegebedürftigen tätig  werden, gibt es aber noch andere Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten:

 

  • Ein eigenes abschließbares und wohnlich eingerichtetes Zimmer für die Pflegekraft, das mindestens mit allem Notwendigen wie Bett, Schrank, Tisch und einer Sitzgelegenheit ausgestattet sein sollte
  • Eigene Schlüssel und freier Zugang zu allen Bereichen des Hauses, die für die Erfüllung der Aufgaben notwendig sind
  • Freie Kost und Logis, zumal private Pflegekräfte meist nicht nur die Mahlzeiten für die Pflegebedürftigen zubereiten, sondern diese auch mit ihnen gemeinsam einnehmen
  • Ausreichend Freizeit und Freiraum, um sich vom herausfordernden Pflegealltag zu erholen, sowie eine stabile und schnelle Internetverbindung, damit die Betreuungskräfte während des langen Pflegeeinsatzes stetigen Kontakt zu ihren Familien und Freunden halten können
  • Um vor Ort handlungsfähig zu sein und die täglichen Aufgaben zu erleichtern, sollte die Pflegekraft auch mobil sein, sei es mithilfe einer guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr oder auch durch ein eigenes Fahrzeug
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Kosten für eine private Pflege­kraft und Leistun­gen der Pflege­kasse

Ein Grund, warum sich Menschen zunehmend für die häusliche Betreuung durch eine private Pflegekraft entscheiden, ist auch der Kostenaspekt. Denn abgesehen davon, dass die dauerhafte stationäre Unterbringung für viele Pflegebedürftige eine traumatische Vorstellung ist, ist sie in der Regel auch bedeutend teurer. Denn während sich die durchschnittlichen Kosten für einen Platz im Pflegeheim bei rund 3.500 Euro monatlich bewegen, betragen die Kosten für die 24-Stunden-Betreuung durch eine selbständig tätige private Pflegekraft je nach Pflegeaufwand üblicherweise zwischen 1.800 und 3.000 Euro pro Monat. Zwar erhalten Pflegebedürftige für die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung Leistungen von der Pflegekasse, der durchschnittliche Eigenanteil beträgt aber trotzdem deutlich mehr als 2.000 Euro. Im Fall einer privaten Pflege erhalten Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 Pflegegeld, das für die Bezahlung einer privaten Pflegekraft genutzt werden darf.

Wie hoch die Kosten für eine private Pflegekraft effektiv sind, hängt direkt mit dem Pflegegrad und dem tatsächlichen Pflegeaufwand zusammen. Das bedeutet, dass die Kosten mit zunehmender Pflegebedürftigkeit zwar steigen, mit steigendem Pflegegrad erhalten die Betroffenen aber auch mehr Pflegegeld von der Pflegekasse. Kostet die 24-Stunden-Pflege mithilfe einer privaten Pflegekraft bei Pflegegrad 3 zum Beispiel 2.000 Euro monatlich, werden davon bereits 545 Euro durch das Pflegegeld abgedeckt. Zusätzlich können in der Regel Pflegesachleistungen und Steuerentlastungen geltend gemacht werden.             

So finden Sie die passende private Pflege­kraft

Eine Person zu finden, bei der nicht nur der pflegerische, sondern auch der zwischenmenschliche Aspekt stimmt, kann mitunter schwierig sein. Deshalb bringen wir von ennie auf unserer Plattform private Pflegekräfte und Pflegebedürftige bzw. deren Angehörige schnell und unkompliziert zusammen. Aussagekräftige Profile sorgen dafür, dass Sie sich vorab ein umfassendes Bild von der jeweiligen Betreuungskraft und deren Qualifikationen machen können. Außerdem durchlaufen alle Pflegekräfte bei ennie einen persönlichen Aufnahmeprozess. Ist die Wahl getroffen, lässt sich der erste Eindruck in Kennenlerngesprächen mit Ihrer Betreuungskraft festigen, alle weiteren Details des Pflegeeinsatzes besprechen Sie direkt mit ihr. Denn die privaten Pflegekräfte bei ennie sind alle selbständig tätig, bezahlen keine teuren Agenturgebühren, verdienen so ein angemessenes Honorar und leisten auch entsprechende Arbeit.

Die wichtig­sten Fragen

Was ist eine private Pflege­kraft?

Private Pflegekräfte kommen in der Regel aus Osteuropa und betreuen Pflegebedürftige bei langfristigen Pflegeeinsätzen in ihrem häuslichen Umfeld. Im Rahmen der 24-Stunden-Pflege leben sie mit der betroffenen Person im selben Haushalt und können so eine optimale Versorgung sicherstellen, was eine enorme Entlastung für die Angehörigen bedeutet. Aufgrund der räumlichen Nähe ist es aber besonders wichtig, bei der Wahl der geeigneten Pflegekraft nicht nur auf das Pflegerische und Qualifikationen zu achten, sondern auch den zwischenmenschlichen Aspekt zu berücksichtigen.  

Was sind die Aufgaben­bereiche einer privaten Pflege­kraft?

Zu den Aufgaben einer privaten Pflegekraft gehört zum einen die Grundpflege, das bedeutet alles, was zur Erfüllung der grundlegenden menschlichen Bedürfnisse nötig ist. Von der Körperpflege, dem Toilettengang und der Unterstützung beim An- und Umziehen bis hin zur Hilfe beim Aufsetzen, dem Transfer in den Rollstuhl oder beim Gehen und Treppensteigen. Auch die Ernährung, also das Zubereiten von Mahlzeiten, die Unterstützung beim Essen und Trinken oder die Sondenernährung von Pflegebedürftigen gehören zu den grundpflegerischen Tätigkeiten, die von privaten Pflegekräften geleistet werden. Aber auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Putzen, Einkaufen, Wäsche, leichte Gartenarbeiten sowie eine möglichst aktive Freizeitgestaltung der Pflegebedürftigen gehören dazu.  

Julia Gries
Julia Gries
Hallo lieber Leser, mein Name ist Julia vom ennie-Team. Ich schreibe unsere Ratgeber-Artikel, welche unser Wissen zur häuslichen Betreuung in Struktur bringen und an unsere Leser weitergeben.
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Altern ist kein einfacher Prozess und bringt für alle Menschen Veränderungen mit sich, manchmal nur kleine, manchmal aber auch sehr große. Das eigene Leben im Alter sollte man deshalb möglichst früh thematisieren, denn nur so kann man entsprechende Vorkehrungen treffen. Wer gut vorbereitet in den Herbst des Lebens startet, kann das nicht nur mit einem besseren Gefühl tun, sondern entlastet im Fall des Falles auch seine nahen Angehörigen.
Angehörigen beim Altern zuzusehen, ist oft schwer, vor allem, wenn zum Beispiel die eigenen Eltern zunehmend gebrechlich werden, mehr und mehr Unterstützung brauchen und von der Hilfe anderer abhängig sind. Meistens kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem Betroffene mit ihren Familien das Thema Altenpflege besprechen.
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