Alzheimer und 24-Stunden-Pflege

Lernen mit der Krankheit in der 24 Stunden Pflege umzugehen
Inhalt dieses Beitrags

Wenn Angehörige Alzheimer bekommen, ist das für viele Betroffene und deren Umfeld zunächst ein Schock. Frühzeitiges Erkennen der Krankheit und eine adäquate Hilfestellung sind jetzt gefragt. In Deutschland sind ca. 1 Mio. Menschen von Alzheimer betroffen, ca. zwei Drittel dieser erkrankten Personen werden von zuhause aus betreut. Doch dies häufig ohne Pflege- oder Betreuungskräfte, was den Alltag von Angehörigen sehr schwierig gestaltet. Dabei können 24-Stunden-Betreuungskräfte eine tolle Unterstützung sein, denn sie übernehmen viele häusliche Aufgaben, sind bereits geschult und können sich somit auf den Pflegebedürftigen einstellen. Lesen Sie hier alle Infos zu Erkennung und Umgang mit der Krankheit nach und erfahren Sie, welche Vorteile Betreuungskräfte bei Alzheimer noch haben.

Krankheit des Gedächtnis­verlusts – was ist Alz­heimer?

Um Denkprozesse und Handlungen besser nachvollziehen zu können, kann es zunächst hilfreich sein, zu verstehen, was Alzheimer genau ist. Alzheimer ist eine Demenz-Art, die Probleme mit dem Gedächtnis, dem Denken und dem Verhalten auslöst. Die Symptome verschlimmern sich meist recht langsam, werden mit der Zeit aber leider so schwerwiegend, dass sie die Verrichtung alltäglicher Aufgaben behindern. So ist zwar in der frühen Phase der Gedächtnisverlust gering, in der fortgeschrittenen Phase der Alzheimer-Krankheit verlieren die Betroffenen aber meist die Fähigkeit, eine Unterhaltung zu führen und auf ihre Umgebung zu reagieren. Dabei ist es besonders wichtig, eine Person an der Seite zu haben, die einem stets zu Hilfe sein kann.

Doch wie „entsteht“ die Krankheit eigentlich? Bei Alzheimer beginnen mikroskopische Veränderungen lange Zeit vorher, bevor erste Anzeichen von Gedächtnisverlust wahrgenommen werden. Das Gehirn beinhaltet 100 Milliarden Nervenzellen, die ein Kommunikationsnetzwerk bilden. Einige Zellen davon sind am Denken, Lernen und der Erinnerung beteiligt, während andere für Sehen, Hören oder Riechen zuständig sind. Damit Gehirnzellen die Arbeit ausführen können, funktionieren sie wie kleine Fabriken. Sie erhalten Vorräte, erzeugen Energie, konstruieren Ausstattung und entsorgen Abfall. Zellen verarbeiten und speichern Informationen und kommunizieren mit anderen Zellen. Um den Betrieb in Gang zu halten sind Koordination, Treibstoff und Sauerstoff notwendig. Wissenschaftler glauben, dass die Alzheimer-Krankheit in Teilen dieser Gehirnzellenfabrik die reibungslose Funktion verhindert. Sie sind sich nicht sicher, wo die Probleme ihren Ursprung haben, aber wie in jeder normalen Fabrik lösen Reserven und Defekte Probleme in anderen Bereichen aus. Durch die Ausbreitung der Schäden verlieren Zellen ihre Arbeitsfähigkeit, sterben schließlich ab und verursachen unumkehrbare Veränderungen im Gehirn. Dies passiert bei der Krankheit Alzheimer, für die es auch leider keine Heilung gibt. Trotzdem gibt es Medikamente und Behandlungsmethoden, die sehr effektiv sein können und das Leben des Betroffenen verbessern können.

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Symptome und Warn­zeichen der Vergessens­krankheit

Für Alzheimer gibt es einige Anzeichen und Symptome. Wenn Sie diese bei sich selbst oder bei Angehörigen bemerken, kann ein Besuch beim Arzt Klarheit schaffen. Beachten Sie aber, dass noch Unterschiede zwischen Alzheimer-Symptomen und normalen altersbedingten Veränderungen gibt, die hier mitaufgegriffen werden.

  • Gedächtnisverlust: Das wohl häufigste Symptom bei Alzheimer ist Gedächtnisverlust, gerade das Kurzzeitgedächtnis ist beeinträchtigt. Kürzlich erlernte Informationen und wichtige Ereignisse werden häufig direkt vergessen und es werden häufig Fragen wiederholt. Eine normale altersbedinge Veränderung wäre das sporadische Vergessen von Terminen, an die man sich zu spät erinnert.

 

  • Kleine Aufgaben werden zu großen Herausforderungen: Aufgaben, die einen Plan beinhalten oder bei denen man mit Zahlen arbeiten muss, sind für Alzheimer-Patienten häufig schwierig durchführbar. Dabei kann es sich schon um ein einfaches Rezept handeln oder auch um monatliche Rechnungen. „Normal“ wäre es dagegen, beispielsweise gelegentlich Bankformulare falsch auszufüllen. Zeit und Ort spielen ebenso häufig eine Rolle, gerade bei der Ausführung von gewohnten Aufgaben, die zuvor ganz einfach schienen. Schritte können oft nicht nachvollzogen werden, Verwirrtheit tritt auf, auch das Verlegen von Gegenständen kommt vor.

 

  • Rhetorik, Sprache und Schreiben: Ein weiteres Symptom von Alzheimer kann der Sprachgebrauch und das Schreiben von Wörtern sein. Sachen, die für die Betroffenen immer leicht durchführbar erschienen, sind nun nur schwer umzusetzen. Auch wie die Menschen mit Sprache umgehen und wie sie sich ausdrücken, kann sich durch die Krankheit verändern.

 

  • Soziale Kompetenz: Menschen mit Alzheimer ziehen sich oft zurück, sie können sich nicht mehr richtig ausdrücken und möchten sich daher vom Sozialleben enthalten. Teilweise kann es auch sein, dass ein schlechtes Urteilsvermögen eintritt oder sich ihre Stimmung, vielleicht sogar ihr Charakter, verändert.

Warum eine 24h-Betreuung zu Hause bei Alzheimer-Patienten sinnvoll ist

Wenn ein Angehöriger Alzheimer hat, ist vorerst unklar, was zu tun ist. Die Diagnose sitzt tief und ist meist eine ziemlich erschütternde Nachricht. Als Angehöriger möchte man natürlich, dass der Betroffene gut umsorgt ist und man sich selbst weniger Sorgen machen muss. Ein Altersheim ist hier nicht immer die beste Lösung. Oft haben Betroffene den Wunsch, in ihren eigenen vier Wänden weiterzuleben. Das ist zum Beispiel mit einer 24h-Pflegekraft möglich. Die Betreuungskraft kann eine viel persönlichere und individuellere Betreuungsleistung bieten, als Personal im Heim, das oft überlastet ist. Sie kann sich an Bedürfnisse des Patienten anpassen, mit diesem Arztbesuche oder anderweitige Termine planen und dem Patienten soziale Interaktion bieten. Sogar Gedächtnistraining oder Schreibarbeit wäre eine mögliche Beschäftigung. Auf diese Art ist die Pflege so intensiv, wie nirgendswo sonst. Auch ist das richtige Personal besonders geschult und kann eine tolle Pflege gewährleisten. So verlieren Patienten auch nicht den Bezug zu anderen Menschen, da sie immer einen Ansprechpartner haben und nicht alleine sein müssen. Ebenso bietet eine 24h-Betreuungskraft Angehörigen Entlastung bei der Pflege. Vor allem weil viele pflegende Angehörige emotional darunter leiden, wenn ein Familienmitglied plötzlich an Alzheimer erkrankt und sich deshalb z.B. nicht mehr an bestimmte Dinge erinnern kann oder die Sprachkraft verliert.

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Wie geht man als An­gehöriger mit Alz­heimer um?

Das Wichtigste im Umgang mit Alzheimer ist die Offenheit in Bezug auf die Krankheit. Auf keinen Fall sollte man dem Patienten eine Schuld, Scham oder Vorwürfe entgegenbringen. Die Krankheit darf nicht versteckt werden, sondern es sollte offen darüber geredet werden, damit sich der Betroffene nicht zurückzieht. Sie sollten als Angehöriger immer ruhig und geduldig mit dem Alzheimer-Patient umgehen. Dem Erkrankten und dem Angehörigen hilft es gleichermaßen, wenn der Angehörige versucht, die Krankheit zu verstehen und sich auch nicht dagegen zu wehren. Akzeptanz ist der erste Schritt zu einer guten Pflege. Konfrontation oder Überforderung kann für Alzheimer-Patienten sehr schwierig sein. Dies sollte man auf jeden Fall vermeiden. Auf der anderen Seite kann man als Angehöriger, sowie als 24h-Betreuungskraft, die Bewegung des Patienten fördern, ihm bei Schwierigkeiten mit der Orientierung Hilfestellungen geben und ihm generell kleine Aufgaben zum Gedächtnistraining geben.

Eine 24h-Betreuungskraft kann, wie gesagt, sehr unterstützend im Alltag sein. Viele Menschen können allerdings häufig nicht loslassen, sie übernehmen immer noch Aufgaben für ihre Angehörigen, die die Pflegekraft machen könnte. Ist das vielleicht bei Ihnen der Fall? Wichtig ist, dass Sie sich auf die Hilfskraft einlassen und dieser die Hilfeleistung in die Hand legen. Auch kann es sinnvoll sein, einen Psychologen aufzusuchen, falls Sie die Erkrankung nicht richtig verarbeiten können. Sie sind auf der Suche nach einer geeigneten Betreuungskraft für sich oder Ihren Angehörigen? In unserem großen Online-Pool gibt es auch eine Vielzahl an Betreuungskräften, die schon Erfahrung mit der Versorgung von Demenzkranken haben.

 

Die wichtigsten Fragen

Wie finde ich eine 24h-Betreuungs­kraft?

Bei ennie.de ist die Suche ganz einfach! Komplett ohne Agentur und komplizierte Vermittler. Dafür müssen Sie sich nur anmelden, eine Betreuungsperson aussuchen, Gespräche mit den Betreuungskräften führen und die Vergütung ausmachen. Die Betreuungskräfte arbeiten selbstständig und bieten Ihnen daher eine Versorgung mit vollster Motivation und Empathie. Das ganze Konzept finden Sie auch hier auf ennie.de!

Auf was sollte ich bei Pflege­kräften für Alz­heimer-Patienten achten?

Wenn Sie für sich oder einen Angehörigen eine Pflegekraft aussuchen, sollten Sie gerade bei Alzheimer-Betroffenen darauf achten, dass die Betreuungskraft auch zu Ihnen passt. Dafür sollten Sie sich ausreichend zur Erfahrung der Betreuungskraft informieren – im Speziellen, ob die Hilfskraft vielleicht sogar schon einmal mit Alzheimer- oder Demenzerkrankten gearbeitet hat. Auch sind soziale Kompetenzen wichtig. Gerade im frühen Stadium der Erkrankung kann eine frühe Einbindung der Betreuungskraft von Vorteil sein, da das Kennenlernen und Eingewöhnen eine Vertrauensgrundlage schafft. Bitte beachten Sie aber, dass eine häusliche Pflegekraft kein Ersatz für einen ärztlichen Pfleger ist. Die Betreuungskräfte unterstützen gerne im Alltag, können aber keine medizinischen Behandlungen vornehmen.

Was ist der Pflege­umfang bei einer 24-Stunden-Betreuung mit einem Alzheimer-Patienten?

Bei der 24-Std-Betreuung von Alzheimer-Patienten im eigenen Heim übernehmen die Betreuungspersonen hauptsächlich die hauswirtschaftliche Versorgung. Sie leisten Hilfe bei der Ernährung, Körperpflege und Mobilität. Zu ihren Aufgaben gehören auch die Aktivierung und die soziale Betreuung des Alzheimer-Patienten, zum Beispiel durch gemeinsame Spaziergänge und durch Biographiearbeit. Auch die Begleitung zum Arzt oder zu anderen Terminen wird von der Betreuungskraft übernommen. Anderes gilt für medizinische Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Verabreichen von Spritzen oder das Anlegen eines Verbandes, die zum Aufgabenbereich eines ambulanten Pflegedienstes gehören.

Julia Gries
Julia Gries
Hallo lieber Leser, mein Name ist Julia vom ennie-Team. Ich schreibe unsere Ratgeber-Artikel, welche unser Wissen zur häuslichen Betreuung in Struktur bringen und an unsere Leser weitergeben.
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